Mit der Produktion ay! feiert die Tanzcompagnie Flamencos en route ihre 35. Saison. Die Tanz- und Musikproduktion führt ins poetische Universum des spanischen Schriftstellers Federico Garcia Lorca.
Nächtliche Gärten und Landschaften sind in der lorquianischen Poesie-insbesondere in den poemas del cante jondo- Orte, die von geheimnisvollen, tänzerischen Figuren beseelt sind. Sie sind Ausdruck einer archaischen und surrealistischen Bilderwelt, die in dieser Kreation von drei unterschiedlichen choreografischen Handschriften des zeitgenössischen Flamencos gezeichnet ist.
In der Gesamtdramaturgie von Brigitta Luisa Merki entwickeln sich die Szenarien im Sinne Lorca’s, der schreibt:
„Alle Künste sind zur Transzendenz fähig; aber das weiteste Feld findet der „Duende“ in der Musik, dem Tanz und der gesprochenen Dichtung: diese nämlich fordern einen lebendigen Leib, der vermittelt, weil sie Formen sind, die unablässig entstehen und vergehen und ihre Umrisse nur auf eine genau begrenzte Gegenwärtigkeit bauen.“
Der Aufschrei «ay!» ist in Lorcas Poesie allgegenwärtig. Er ist Wehklage und Lustschrei zugleich und sucht nach nächtlicher Stille. Klang und Gestalt des Schreis verkörpern unerschöpfliche Gefühlsbereiche, die zu choreografischen Vignetten, zu Oasen intensiver musikalischer und tänzerischer Stimmungen werden.