canto amor» – Ein musiktheatralisches Tanzprojekt zum Orpheus-Mythos
Choreografie in fünf Bildern. In der Interpretation des international besetzten Tanz- und Musikensembles Flamencos en route findet der Mythos um die tragische Liebesgeschichte von Orpheus und Eurydike eine neue Deutung. In einer Folge von fünf Bildern zeigt die Choreografie von Brigitta Luisa Merki ihre eigene Sicht auf die überlieferte Geschichte aus der griechischen Antike. Eurydike hat durch ihren Tod zu einem neuen Dasein in einer faszinierenden Klangwelt, im Paradies, gefunden und will daraus nicht erlöst werden. Orpheus sucht nach ihr im Schattenreich und seine Sehnsucht dringt wohl zu ihr. Sie aber geleitet ihn mit ihrem Gesang, fremd und wunderschön, zurück in die Welt.
Inspirationsquelle: Ausschnitt aus Rilkes Gedicht: Orpheus, Eurydike.Hermes… Sie war in sich, wie Eine hoher Hoffnung, und dachte nicht des Mannes, der voranging, und nicht des Weges, der ins Leben aufstieg. Sie war in sich. Und ihr Gestorbensein erfüllte sie wie Fülle. Wie eine Frucht von Süßigkeit und Dunkel …
Orpheus wird vom Flamencotänzer José Moro charakterisiert. Zusammen mit dem schwedischen Geigenspieler Erik Rydvall, der das mittelalterliche Geigeninstrument Nyckelharpa spielt, verkörpert er die Macht der Musik. Eurydike wird von Karima Nayt interpretiert, der charismatischen Sängerin und zeitgenössischen Tänzerin aus Algerien. Einmalig ist die Figur des Todes, die von Eloy Aguilar mit grosser Musikalität und Präzision getanzt wird und in seiner Interpretation mit keinen finsteren Klischées verbunden ist.
Flamenco, orientalische und zeitgenössische, westliche Musik verweben sich ineinander und schaffen eine Einheit.