Gritos

・ Uraufführung: 7. Mai 1993 ・

„Gritos“ sind Schreie. Hier sind es Klageschreie, Gesänge, Klänge und Tänze von Frauen. Sie sind inspiriert von den „Plañideras“, den heute kaum noch existierenden spanischen Klagefrauen, die sich für das Trauern und Leiden einer festgelegten, ritualartigen Ausdrucksform bedienen.
Das Faszinierende an der mediterranen Trauer ist, dass ihre Stimme im Moment der höchsten Verzweiflung nicht versagt, sondern an Kraft und Volumen gewinnt. Die Trauernden sind den vibrierenden Klängen des Klageschreis ausgesetzt und der Schmerz wird zu einem öffentlichen Ritual.
Auch die Klagemauer hat diesen öffentlichen Charakter, sie nimmt aber auch all die ganz persönlichen Wünsche und die leisesten und tiefsten Seufzer auf, die ihr anvertraut werden.

Auf eine ganz eigene Art werden in dieser Kreation Gedichte, Frauengesänge und Flamencorhythmen zu einer Klage verwoben. Eine Schauspielerin, eine Sängerin und eine Tänzerin stehen an der Klagemauer und bringen ihren Schmerz zum Ausdruck, aber auch ihre Hoffnungen und Visionen, jede in ihrer Form und Eigenart.
Ihr Klagen findet zu einem Ganzen. Gemeinsam gehen sie den Weg, bis der Schmerz zu singen beginnt und sich auflöst.Oder wie ein spanisches Sprichwort sagt: „Cantando la pena, la pena se va“.

Choreografie / Tanz
Gitarre
El Niño de la Leo
Schauspiel
Chorische Arbeit / Beratung
Gedichte
Bühnenbild
Holzbauten / Technik / Licht
Grafik
Ilia Vasella
Fotos
Administration
Künstlerische Leitung
02.04.1994
Stuttgarter Nachrichten
Brigitta Luisa fasst ihre "Schreie" in eine einstündige Szene voller Schwermut, Schwärze und Schönheit - ein Tanzpoem, das wie ein antikes Drama beginnt, aber wie eine Fiesta endet, ein choreographisches Theater. Das Stück ist ein Ganzes, und Gesang, Sprache, Musik und Zapateado greifen vor der Eisenplastik auf wunderbare Weise ineinander; ein emotionales Ereignis, das sich auf der Lebensspirale mit explosiver Kraft und Konsequenz entlädt.
02.04.1994
Stuttgarter Zeitung
Ein Gesamtkunstwerk aus Tanz, Musik, Gesang, Sprache und bildender Kunst, wie es in dieser Homogenität, emotionaler Kraft und theatralischer Suggestion höchst selten erreicht wird. Alles ist Flamenco: Die Gitarristen (...) begleiten nicht nur Stimme und Körper, sie werden Teil der Gedichte. Klagemauer und Boden werden von den Frauen zum Klingen gebracht - ein starker gemeinsamer Rhythmus pulst auf Gillian White's Bühne.
07.05.1993
Uraufführung
CH
Zürich
Theater Westend
08.05.1993
CH
Zürich
Theater Westend
09.05.1993
CH
Zürich
Theater Westend
11.05.1993
CH
Zürich
Theater Westend
12.05.1993
CH
Zürich
Theater Westend

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Tanzcompagnie
Flamencos en route
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CH-5401 Baden